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Bergen Open Research Archive

Wer spazieren geht, sieht mehr. Wirklichkeitswahrnehmung und Gesellschaftskritik in Johann Gottfried Seumes "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802".

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dc.contributor.author Sperrevik, Tonje
dc.date.accessioned 2012-01-06T13:07:10Z
dc.date.available 2012-01-06T13:07:10Z
dc.date.issued 2011-05-16
dc.date.submitted 2011-05-16 en
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/1956/5367
dc.description.abstract Zusammenfassung Das Ziel dieser Arbeit war es, Seumes Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 zu untersuchen und herauszufinden, wie sich dieser Reisebericht von anderen Reiseberichten des 18. Jahrhunderts unterschied. Der Ausgangspunkt war die Annahme, dass im Spaziergang Gesellschaftskritik und politische Stellungnahme in größerem Maße als in anderen Reiseberichten hervortraten. Durch eine Diskussion mir wichtig erscheinender inhaltliche Aspekte, habe ich versucht herauszufinden, was Seumes Spaziergang besonders macht. Das wichtigste Merkmal von Seumes Darstellungsweise, ist seine besondere Wahrnehmung der Umwelt. Zu seiner Zeit war das Reisen normalerweise wohlhabenden Leuten vorbehalten, für die Komfort und Luxus wichtig waren. Seume unterscheidet sich von diesen Reisenden, indem er zu Fuß geht, allein spazieren geht und deswegen andere Menschen trifft, als diejenigen, die mit dem Wagen fuhren (z.B. Goethe). Dies führt dazu, dass er andere Impulse als seine Kollegen" erhielt. Ich habe mir Seume als einen frühen Backpacker vorgestellt und wollte in diesem Zusammenhang auch herausfinden, warum ein Mann eine so gefährliche und anstrengende Reise allein zu machen wünschte. Seumes Begründung für die Reise wird im Bericht nicht ausdrücklich formuliert, aber es wird deutlich, dass er andere Motive als bei den meisten Zeitgenossen hatte. Wo man bei Goethe z.T. eine Hoffnung auf eine geistige Wiedergeburt findet, gibt Seume an, kein anderes Ziel zu haben, als etwas antike Literatur zu lesen und junge Mandeln und ganz frische Apfelsinen (Spaziergang, S. 102) zu essen, also das Alte und das Neue als Einheit zu betrachten. Es ist aber falsch zu sagen, dass Seume plan- und ziellos dahingewandert ist. Es geht u.a. deutlich aus meiner Arbeit hervor, dass es viele Gründe gab, warum er diese Reise machte. Nennenswert sind u.a. Rastlosigkeit, Neugier, Liebeskummer, und nicht zuletzt sein politisches Interesse. Seume macht seine Reise in einer Zeit, die von politischer Unruhe geprägt ist und von Napoleon und der Französischen Revolution stark beeinflusst ist. Seumes Wanderung wird für ihn eine Möglichkeit die Wahrheit zu sehen. Mit eigenen Augen wird er ein Zeuge der politischen Situation. Seume war lange ein Anhänger der Französischen Revolution gewesen und wollte die Entwicklung in Europa selber sehen. Er fängt seine Reise mit der Hoffnung an, dass Napoleon Europa aus der Unterdrückung retten kann, wird aber stark enttäuscht, als er die wirkliche Situation sieht. Besonders enttäuscht ihn Napoleons Wiederherstellung des Kirchenstaates. Als aufklärerischer Schriftsteller ist er den Tendenzen dieser Epoche verpflichtet, tritt seinen Mitmenschen mit Offenheit und Toleranz entgegen und setzt sich für Freiheit und Gerechtigkeit ein. In seinem Bericht tritt uns ein politisch engagierter und mit heutigen Augen gesehen fast linksradikaler Mann entgegen, dem es gelingt, soziale und gesellschaftliche Kritik auszuüben, vor allem am Adel und Klerus, die seiner Meinung nach die Verantwortung für die schlechten Verhältnisse trugen. Seume ist in seiner Kritik am Feudalsystem weit schärfer als seine Zeitgenossen. Durch bissige Kommentare und sarkastische Aussagen drückt er aus, was viele zu seiner Zeit gern sagen wollten, aber nicht wagten. Es lässt sich behaupten, dass gerade die Perspektive des Spaziergängers, also gewissermaßen der Blick von unten, seine Beschreibungen besonders macht und seinen Bericht... en
dc.description.abstract Den som spaserer, ser mer Virkelighetsinntrykk og samfunnskritikk i Johann Gottfried Seumes Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 Dette arbeidet er gjort på bakgrunn av et ønske om å gjenintrodusere glemt litteratur for et nytt publikum. Reiseberetninger har vært populære i flere århundrer, men det som var annerledes for meg med Seumes Spaziergang, og som gjorde den verdt å undersøke nærmere, var dens velskrevne vittige snert og dypere politiske agenda. Målet mitt med dette arbeidet var å begrunne en hypotese om at Spaziergang skiller seg vesentlig fra andre reiseberetninger i innhold, skrivemåte og motivasjon. Jeg har spesielt konsentrert meg om reiseberetningens innhold og lagt vekt på hva Seume ønsker å formidle til oss. Da han er sterkt politisk engasjert og foretar sin reise midt under Napoleons herjinger, fungerer han i så måte som et tidsvitne. Beskrivelsene hans blir derfor en form for historisk kilde for dem som ønsker å vite noe om situasjonen på den tiden, og ikke minst om hvordan innbyggerne reagerte på Napoleons inntog. Nå er det ikke bare Seumes politiske engasjement som gjør denne beretningen spesiell, men også måten Seume tar seg fram på, er noe utenom det vanlige. Helt alene spaserer han fra Tyskland til Sicilia og tilbake (kun med noen unntak av vogn og båt). Hva det er som driver denne mannen, har vært et av mine hovedfokus. Ser man bort fra den ufattelige fysiske anstrengelsen det er å gå så langt, var det også farlig. Europa var i unntakstilstand, og mange banditter var på frifot langs Seumes rute. Enda verre ble det da Seume måtte reise alene fordi hans venn Schnorr trakk seg pga. de farlige omstendighetene. Seume oppgir selv ingen god grunn til hvorfor han la ut på denne reisen, og man vil kanskje aldri forstå hovedmotivasjonen hans. Likevel viser jeg i dette arbeidet til mulige grunner bak hans fysiske bragd. en
dc.format.extent 624804 bytes en
dc.format.mimetype application/pdf en
dc.language.iso ger en
dc.publisher The University of Bergen en
dc.rights Copyright the author. All rights reserved en
dc.subject Seume ge
dc.subject Aufklärung ge
dc.subject Reisebericht ge
dc.subject Spaziergang ge
dc.subject Reise ge
dc.subject Italien ge
dc.title Wer spazieren geht, sieht mehr. Wirklichkeitswahrnehmung und Gesellschaftskritik in Johann Gottfried Seumes "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802". ge
dc.type Master thesis en
dc.type.degree Master i Tysk no
dc.type.course TYS350 en
dc.subject.nsi VDP::Humanities: 000::Literary disciplines: 040::German literature: 044 en
dc.subject.archivecode Mastergrad
dc.subject.nus 711127
dc.type.program MAHF-TYS en


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