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Bergen Open Research Archive

Die Leute brauchen keine Medizin so sehr wie Hoffnung. Zum Thema Hoffnung in Jurek Beckers Roman Jakob der Lügner.

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dc.contributor.author Aske, Janne Olene
dc.date.accessioned 2012-01-09T07:01:08Z
dc.date.available 2012-01-09T07:01:08Z
dc.date.issued 2011-05-16
dc.date.submitted 2011-05-16 en
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/1956/5372
dc.description.abstract Ergebnisse Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Funktion der Hoffnung im Jakob der Lügner zu untersuchen, so wie auch den Roman mit Blick auf Beckers Leben zu lesen, um dabei zu diskutieren, inwiefern er der Gattung Autofiktion zuzuordnen ist. Im Hinblick auf die Funktion der Hoffnung im Roman konnte festgestellt werden, dass sich Jakob ist der Vermenschlichung der Hoffnung, er bringt seinen Mitmenschen Hoffnung, obwohl er selbst wenig davon besitzt. Dennoch ist es deutlich, dass die Hoffnung nicht nur Gutes bewirkt in den Menschen. Anstatt selbst zu kämpfen, um frei zu werden, warten sie darauf, von den Russen befreit zu werden, obwohl es unsicher ist, ob sie das Ghetto befreit hätte. Diese Passivität der Juden spiegelt die Wirklichkeit während des Holocausts, wo wenige Gefangen in den Ghettos und in den Konzentrationslager, aktiver Wiederstand geleistet haben. In dem Sinne kann man sagen, dass der Roman authentisch ist und, dass der Autor sich bemüht hat, auch die Wirklichkeit darzustellen. Die beiden Enden des Romans zeigen auch, dass der Erzähler wünschte, er wüsste nicht wie Jakobs Geschichte endete, und auch in diesem Teil des Romans seine Fantasie benutzen könnte. Becker hat der Roman als eine Art Identitätssuche und Selbsterfindungsprozess geschrieben. Seine Hoffnung scheint dabei das Ghetto, und seine Vergangenheit besser kennenzulernen, gewesen zu sein, vielleicht lag sogar ein (unbewusster) Wunsch versteckt, dass lange vergessene Kindheitserinnerungen wieder aufleuchten würden. Bei der Analyse des Romans konnte weiterhin festgestellt werden, dass vor allem die Erzählweise zu den vielen semantischen Leerstellen im Roman beitragen, die beim Leser zur Verwirrung führen und wie schwarzer Humor und die Ironie den Erwartungen des Lesers nicht entsprechen. Der Erzähler spricht selbst die Leerstellen im Roman direkt an, um den Leser darauf aufmerksam zu machen, dass ein Holocaustroman, wie jeder anderer Roman, immer einen Teil Fiktion enthält. Dies kommt auch in der Haltung des Erzählers zum Ausdruck, wenn er behauptet, es sei ihm egal, was in den Geschehnissen und Gesprächen semantisch wahrscheinlich ist und was nicht. Dennoch ist es gerade das Prinzip Wahrscheinlichkeit, das jeweils vom ihm benutzt wird, um die semantischen Leerstellen auszufüllen. In der Forschung zum Roman ist behauptet worden, dass Beckers Erzählweise typisch für die jüdische Erzähltradition ist. Becker hat aber kaum Familie gehabt, die ihm Geschichten erzählen konnte, und hat erzählt, dass ihm deswegen als Kind das Radiohören so sehr beschäftig hat. Weiter haben dann Kritiker behauptet, es sei das jüdische in ihm, das im Roman zum Ausdruck kommt, er lasse sich seiner jüdischen Herkunft zuordnen. Die Frage inwiefern dies der Fall ist, ist interessant, aber sie gehört nicht zum Anliegen der vorliegenden Arbeit. Mein Anliegen war es vielmehr, das Thema Hoffnung und deren Verhältnis zu Wahrheit und Lüge als Strategie zu erläutern. Dabei konnte ich feststellen, dass der Roman durch das Thema Hoffnung, den Leser in dem Sinne überrascht, dass es darin einen Glaube an die Zukunft gibt, eine Aussicht auf ein besseres Leben, die der Roman von anderen Holocaustromane unterscheidet. Die Hoffnung steht darin im Kontrast zu den grausamen Ereignissen im Ghetto, genau wie der Holocaust sich vom Leben des Lesers unterscheidet. Die Menschen werden aber wie Leute, die man in jeder Gesellschaft in der Welt finden kann,... en
dc.description.abstract Sammendrag på norsk Denne oppgaven tar for seg temaet håp i Jurek Beckers bok Jakob der Lügner, som var Beckers første holocastroman. Målet var også å lese boka sett opp mot Beckers liv, samt å diskutere om Romanen tilhører sjangeren autofiksjon. Gjennom å se på den funksjonen håp har i romanen, ble det klart at Jakob kan sees som menneskeliggjøringen av håpet. Han sprer livskraft til sine medmennesker, selv om han selv heller ikke har mye tro på fremtiden. Likevel blir det klart at å ha håp ikke bare har positive konsekvenser for jødene i gettoen. I stedet for selv å kjempe for å bli fri, venter gettobeboerne på å bli befridd av russerene, og gjør lite motstand mot den tyske overmakten. Mangelen på aktiv kamp for å slippe fri stemmer derimot godt overens med virkeligheten, da det var få opprør i de jødiske ghettoene under andre verdenskrig. Derfor kan man si at romanen til dels er autentisk, og at forfatteren også har tenkt på å fremstille virkeligheten. Det viste seg også at temaene sannhet og løgn, motstand og håp er tett forbundet med hverandre, og til dels er vanskelige å skille fra hverandre. Becker skrev Jakob der Lügner på søken etter sin identitet, og også for å bli bedre kjent med fortiden sin. Muligens lå også et (ubevisst) ønske til grunn, om at barndomsminner fra tiden i gettoen kanskje ville dukke opp igjen. Romanen skiller seg videre fra andre holocaustromaner i bruken av svart humor, ironi og sarkasme, men også på grunn av den uvanlige fortellermåten. Det er ofte uklart om det er gjennom fortelleren eller Jakobs øyne vi får skildret hendelsene. Semantiske tomrom i teksten blir også dannet ved hjelp av disse språklige virkemidlene. Tomrommene blir brukt for å forminske gapet mellom temaet holocaust og leseren i dagens samfunn. Leseren må dermed bruke egne erfaringer og forventninger til å fylle ut de semantiske tomrommene slik at teksten gir mening. Disse tomrommene kan også symbolisere Beckers manglende minner fra barndommen, som han ikke klarte å fylle ut. en
dc.format.extent 594687 bytes en
dc.format.mimetype application/pdf en
dc.language.iso ger en
dc.publisher The University of Bergen en
dc.rights Copyright the author. All rights reserved en
dc.subject Jurek Becker ge
dc.subject Holocaustliteratur ge
dc.subject Hoffnung ge
dc.title Die Leute brauchen keine Medizin so sehr wie Hoffnung. Zum Thema Hoffnung in Jurek Beckers Roman Jakob der Lügner. ge
dc.type Master thesis en
dc.type.degree Master i Tysk no
dc.type.course TYS350 en
dc.subject.nsi VDP::Humanities: 000::Literary disciplines: 040::German literature: 044 en
dc.subject.archivecode Mastergrad
dc.subject.nus 711127
dc.type.program MAHF-TYS en


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